
Interview mit Noah Cohen, Pressefotograf und Fotokünstler, Dozent für Fotografie an der Journalistenakademie in München, April 2008.
Was verstehen Sie unter Kunst in der Fotografie?
Für mich besteht kein Unterschied zwischen den diversen Disziplinen der Kunst, ob Malerei, Musik oder Fotografie.
Das Wichtigste ist, dass sich eine Arbeit nicht in Knalleffekten, technischen Spielereien oder einem Gag erschöpft, sondern eine tiefere Dimension und Wahrhaftigkeit besitzt. Kunstwerke – auch der Fotografie – laden ein zum Öfter-Hinsehen, sie erschöpfen sich nicht nach einem kurzen Blick.
Welche Fertigkeiten muss ein Kunstfotograf beherrschen?
Der Fotograf muss zwei Techniken perfekt beherrschen: die Technik der Fotografie und die der Computerbearbeitung. Danach folgt die ausgiebige Beschäftigung mit Bildern, d.h., die Kunst des Sehens, geschult an dem, was unsere Kulturtradition zu bieten hat. Damit muss er Probleme lösen und in einem unendlichen Feld seine eigene künstlerische Sicht finden: Dreidimensionalität ins Zweidimensionale zu übersetzen, Konzentration und Verdichtung der Realität, interessante Perspektive, Transformation bzw. Intensivierung der Atmosphäre, Akzentuierung
der Qualität des Lichts.
