Johannes Gutenberg, gemalt vom Gegenwartskünstler Dietmar Gross
               

Anfänge des Buchdrucks 1436

Wahrscheinlich wusste Johannes Gutenberg (1400 – 1468) nicht, in welchem Ausmaß er im Jahr 1436 mit seiner bahnbrechenden Erfindung die Welt verändern würde. Der gelernte Goldschmied aus Mainz entwickelte ein Handgussinstrument, mit dem Einzelbuchstaben aus flüssigem Blei gegossen werden konnten. Die Vervielfältigung des geschriebenen Wortes in Form von gedruckten Buchstaben löste im ganzen Abendland einen mächtigen Lesehunger aus. Zuvor waren vor allem die Mönche in den Klöstern damit beschäftigt, Texte in mühseliger Handarbeit zu vervielfältigen. Studenten verloren mit dem Abschreiben von Studientexten enorm viel Zeit, ein Grund, warum damals die Wissenschaft nur langsam Fortschritt machte.

Zur Zeit, als Gutenberg seine ersten typographischen Versuche anstellte, gab es allein in seiner Heimatstadt Mainz neben den Mönchen und Studenten rund 40 Lohnschreiber.
Verständlich, dass Bücher zur damaligen Zeit nur Luxusgüter waren und einer breiten Bevölkerung nicht zugänglich.

Die Bedeutung der Erfindung Gutenbergs der spiegelbildlich gegossenen Bleibuchstaben lässt sich auch daran ablesen, dass die Technik über 375 Jahre hinweg Bestand hatte. Erst 1811 entwickelte Friedrich Gottlob Koenig eine automatisierte, ganzmetallische Schnelldruckpresse. Koenig verwendete anstelle eines flachen Presstiegels eine Walze als Presse und verband sie mit einer Dampfmaschine. Seine Rotationsmaschine wurde von anderen Tüftlern weiterentwickelt und konnte in kurzer Zeit tausende von Seiten drucken. So überflügelten in kurzer Zeit Zeitungen und Zeitschriften mit ihrer Auflagenstärke die Buchproduktion.