
Drucktechnik in der Zukunft
Die Drucktechnik hat nach zwei Revolutionen (Offsetdruck, Digitaldruck), eine hohe Reife erreicht. Man kann davon ausgehen, dass es in den nächsten 20 Jahren keine bahnbrechenden Neuerungen geben wird, sondern kontinuierliche Entwicklung im Detail“, sagt Boris Kochan, Geschäftsführer der Agentur Kochan und Partner in München.
Neben der Technik für professionelle „Macher“ wird zunehmend Technik für den Heimwerker entwickelt. „Es gibt beides und die Tools für den Heimwerker werden immer besser. Anders ist es den Schreinern bei der Einführung der Baumärkte auch nicht ergangen. Es gibt jedoch weiterhin Schreiner, die ihrer Ausbildung entsprechend hoch qualitative Arbeiten erledigen oder im industriellen Bereich Grundlagen schaffen für die intelligente maschinelle Produktion“, so Kochan.
Die Zukunft könnte das tragbare Multimediabüro sein: es heisst iPhone, überzeugt durch ein schönes Design und macht Spaß. „Es kann bislang noch relativ wenig, wird sich aber mit großer Wahrscheinlichkeit entwickeln.“ Mit ihm werde sich das Umfeld der tragbaren kleinen Alleskönner verändern: "Ein Laie braucht sehr gute Tools, um qualitativ vernünftige Gestaltung zu erzeugen. Dies ist ein richtig großes Feld für Zukunfts-Gestalter.“
Im industriellen Druckereigewerbe ist der Besitz einer Digitaldruckmaschine allein keine Erfolgsgarantie. Druckunternehmen, die sich selbst als Marketingdienstleistungs- und Datenmanagementunternehmen (die auch Drucke anbieten) neu erfunden haben, sind oft erfolgreich, im Gegensatz zu Unternehmen, die sich als reine Druckerei positionieren.
Ein wachsender Trend ist die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Auswirkungen in der Druckproduktion. Von Papier und Chemikalien bis zu Fertigungs- und Transportaspekten wächst die Nachfrage nach einem sozial verantwortlichem Druck – insbesondere im stark visuell orientierten Werbesektor. Druckkunden und Designer werden immer häufiger verlangen, Kohlenstoffemissionen und Abfallprodukte zu erfassen. Die Auswirkungen richtig einzuschätzen, ist der erste Schritt in diesem Prozess, und langsam tauchen erste Messsysteme in der Druckdesigngemeinschaft auf.